Rückblick

Europäische Union und Ukraine, Ziele, Wirkungen und Praxisbeispiele der Nachbarschaftspolitik: Ein Bericht

Im gut besuchten Meidingersaal des Regierungspräsidiums Karlsruhe fand am 29.10.08 eine Informationsveranstaltung zum Thema: Europäische Union und Ukraine, Ziele, Wirkungen und Praxisbeispiele der Nachbarschaftspolitik statt. Veranstalter waren das Bürgerinformationszentrum EUROPE DIRECT in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft Rhein-Neckar e.V. und der Europa-Union Kreisverband Karlsruhe.

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Der Hungermassenmord in der Ukraine

Die Tagung wurde auf Initative des Vorstandsmitglieds Maria Melnik in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung, Heidelberg und der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft Rhein-Neckar e.V. organisiert und fand am 24. November 2007 in der Bundesakademie für Wehrverwaltung und Wehrtechnik in Mannheim statt.

Zielgruppe: Lehrer/innen, Studierende, Träger der Erwachsenenbildung, Vertreter von Bildungseinrichtungen und interessierte Öffentlichkeit

Leitung: Dr. Ernst Lüdemann (DUG Rhein-Neckar e.V.), Peter Trummer M.A., LpB Heidelberg

Referenten: Jurij Durkot (Journalist, Ukraine), Dr. Anna H. Horbatsch, Reichelsheim, Prof. Dr. Egbert Jahn, Dr. Rudolf A. Mark, Prof. Dr. Gerhard Simon, Dr. Dmytro Zlepko

Im Herbst 2004 flimmerten Bilder über die Fernsehschirme, die hunderttausende zeigten die in Kiew in einem blau-gelben Fahnenmeer, lautstark für Demokratie und gegen Wahlfälschung demonstrierten. Diese „Orange Revolution” hat die Welt wieder an ein europäisches Land erinnert, dass trotz seiner Rolle als territorial größtes Land Europas, allzu gerne nur als russische Peripherie betrachtet wurde.

So verwundert es auch nicht, wenn bislang eine der größten humanitären Katastrophen des 20. Jahrhunderts unbekannt geblieben ist. Gemeint ist der planmäßig durchgeführte Hungermassenmord, der im kollektiven Gedächtnis der Ukraine als Holodomor bezeichnet wird.

Nach jüngsten Angaben fielen sieben bis neun Millionen ukrainischer Kolchosbauern und eineinhalb Millionen kasachischer Nomaden 1932/33 diesem Verbrechen des Stalin-Regimes zum Opfer.

Die Hungersnot in der Ukraine war keine Naturkatastrophe. DerTerror hatte eine soziale und nationale Stoßrichtung und wird in der Ukraine als Genozid/Soziozid bewertet. Zur historischen Aufarbeitung dieser Tragödie gehört u.a. auch die Darstellung in deutschen Schulbüchern.

Die „Universalität menschlicher Rechte und menschlichen Leidens“ (J. Mace) gebietet eine aufmerksame Beschäftigung mit diesem monströsen Vergehen und eine Aufarbeitung dieser Tragödie.

Programm: Samstag, 24. November 2007

9:00 Uhr

Begrüßung und Einführung Tagungsleitung

9:10 Uhr

Stand der wissenschaftlichen Diskussion, Gerhard Simon
Externer Link: Tagungs-Referat "Der Holodomor als Völkermord - Tatsachen und Kontroversen"

9:45 Uhr

Der Holodomor Genozid oder Soziozid, Egbert Jahn

10:20 Uhr

Kaffeepause

10:40 Uhr

Sowjetische Desinformationspolitik und die westliche Berichterstattung, Dmytro Zlepko

11:50 Uhr

Kriterien der vergleichenden Genozidforschung, Peter Trummer

12:30 Uhr

Der Holodomor in der heutigen ukrainischen Politik, Jurij Durkot

13:20 Uhr

Mittagspause

14:20 Uhr

Der Holodomor in Kasachstan, Rudolf Mark

14:50 Uhr

Der Holodomor in deutschen Schulbüchern, Ernst Lüdemann
Externer Link: Tagungsreferat "Deutsche Schulbücher: Stalins Feldzug gegen Bauern"

15:30 Uhr

Der Holodomor in der ukrainischen Literatur, Anna-H. Horbatsch

Ca. 16:15

Uhr Ende der Tagung

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